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Stand: 20. März 2017

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Weltbild von Googles Gnaden - FAZ 11.07.2014

„... Ein Weltbild von Googles Gnaden

Ob bei den Reaktionen auf ein Fußballspiel oder beim Abbilden der Konkurrenz: Was uns die Suchmaschine von der Wirklichkeit zeigt, ist manipuliert. Die Politik muss dringend etwas dagegen tun.ar vielleicht ein Jahrhundertspiel. Das 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien bei der Fußball-WM fordert jeden, der dazu etwas schreibt, heraus, es angemessen zu würdigen. Die Zeitungen, das Netz, Facebook und Twitter überschlagen sich. Nur ein Informationsgeber hat damit seine Probleme. Der Gatekeeper schlechthin ringt um die richtige Zuschreibung. Denn negative Termini darf es in der Welt von Google nicht geben. Also macht der Datenkonzern die Welt, wie sie ihm gefällt, und - manipuliert. Das ist das Geschäftsprinzip.

Die Geschichte, die eine Reporterin des amerikanischen National Public Radio erlebt hat, erscheint zunächst anekdotisch: In San Francisco unterhält Google ein ‚experimentelles' Nachrichtenzentrum. In dem werden Daten erhoben, es wird ganz genau beobachtet, wonach die Nutzer im Internet suchen, und darauf wird der Suchalgorithmus abgestimmt. In Deutschland stellten die Nutzer die naheliegende Frage, ob es einen solchen Kantersieg bei einer WM schon einmal gegeben habe, zumal in einem Halbfinale. In Brasilien sank die Stimmung derweil nach dem fünften Tor der Deutschen auf den Nullpunkt. ‚Schande' lautete der Begriff der Stunde, die nationale Schmach beherrschte die Debatte.

Googles Neusprech malt eine schöne neue Welt

Das aber passte den Nachrichtenmachern von Google, wie die Reporterin des National Public Radio feststellte, nicht in den Kram. Sie hätten es eigentlich zum ‚Trend des Tages' machen müssen, den Google in Echtzeit ermitteln kann - die Datenauswertung sagt Google sofort, mit welcher Autovervollständigung man die Suchfunktion am besten ausstattet und welche ‚News on Demand' besonders gefragt sind.

Doch da Google mit solchen ‚Nachrichten' nicht nur in seinem eigenen Reich mit Google+, sondern auch bei Twitter und Facebook landen will und dort vor allem Glückskekse gefragt sind, nicht bittere Pillen, stellten die Nachrichtenmacher von Google die ‚Schande' hintan. Und bitte auch nichts von ‚besiegen', ‚zerstören' und ‚erniedrigen' - Googles Neusprech soll eine schöne neue Welt ausmalen, die allerdings mit der Realität nichts zu tun hat.

So schafft Google Realität, und auf dieser für die Nutzer unsichtbaren Wirkmacht beruht das Geschäft des Konzerns. Denn es können nicht nur unliebsame Nachrichten gefiltert und sortiert werden, sondern selbstverständlich auch Märkte. Das Prinzip ist bekannt: Die eigenen und die mit dem Konzern verbundenen Angebote rückt Google nach vorn, die aller Konkurrenten erscheinen unter ‚ferner liefen'

Sträfliche Ahnungslosigkeit

Google hat als Suchmaschine ein Monopol mit einem Marktanteil von mehr als neunzig Prozent in Europa, und mit dem befasst sich der noch amtierende EU-Kommissar Joaquín Almunia. Er würde sein Kartellverfahren gern abschließen und Google vorschreiben, die Angebote von Wettbewerbern in eine eigens ausgewiesene Box zu stellen, für die dann allerdings auch noch zu zahlen wäre. So käme Google billig davon.

An das Geschäftsprinzip von Google reicht das allerdings gar nicht heran. Almunia nimmt vielmehr hin, dass Google seine eigenen Belange an die Spitze stellt. Er hat offenbar nicht verstanden, worum es geht: um eine grundlegende Infrastruktur des Netzes, um eine zentrale Schaltfunktion. Google ist - weil es die Europäer versäumt haben, dem phantastischen Suchimperium etwas Eigenes entgegenzusetzen - im Netz so etwas wie ein Wasser- oder ein Stromversorger in der analogen Welt. Da reicht es nicht, einen Marktanteil zu bemessen, der wahrlich kein ‚Monopölchen' darstellt, wie der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission Justus Haucap in geradezu sträflicher Ahnungslosigkeit meint.

Die Beherrschung der Gesellschaft

Dieses Monopol ist zwar fragil, weil jedes neue Start-up Google herausfordern kann. Doch ist der Konzern seit geraumer Zeit bemüht, sich alles einzuverleiben oder vom Markt wegzukaufen, was ihm gefährlich werden könnte. Wozu das führt, haben unter anderen der Unternehmer Robert M. Maier und der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner an dieser Stelle eindringlich beschrieben: zu einem Monopol, bei dem es nicht nur um wirtschaftliche Macht geht. Es geht um die Beherrschung der Gesellschaft.

Der EU-Kommissar Almunia hat seinen Kollegen in einem acht Seiten langen Brief gerade dargelegt, dass es neue Beschwerden gegen Google gibt und er die Vorwürfe wegen Wettbewerbsverzerrung prüfen will. Da geht es nicht nur um die Internetsuche, sondern auch um soziale Netzwerke, Streaming-Dienste, Apps und vor allem um Android, Googles Betriebssystem für Smartphones, Handys und Tablet-Computer. Das ist der Markt der Zukunft, in seiner Forschung kümmert sich Google inzwischen fast nur noch um das mobile Internet, um auch dort sein Monopol zu behaupten.

Joaquín Almunia will die Google-Prüfung allerdings nicht ausweiten, er will sie teilen. Er will das jetzige Verfahren abschließen und Google mit der ‚Almunia-Box' davonkommen lassen. Die nächste EU-Kommission könnte sich dann mit den weiter gehenden Fragen beschäftigen. Das dürfte Jahre dauern und Google, wie die Erfahrung lehrt, herzlich wenig kratzen.

Exponentielle Entwicklung

Das Unternehmen entwickelt sich exponentiell, die Politik kommt da gar nicht mehr mit. In Brüssel kommt dieser Tage alles darauf an, ob Almunia das bisherige Verfahren gegen Google auf die Tagesordnung der Kommission setzen kann. Steht es da erst einmal drauf, ist die Sache so gut wie durch.

Dann wäre auch den politischen Bestrebungen ein Riegel vorgeschoben, wie sie der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel und Justizminister Heiko Maas verfolgen und in dieser Zeitung beschrieben haben. Gabriel und Maas haben - als letztes Mittel - eine Entflechtung von Google ins Spiel gebracht. Vielversprechender wäre aber wohl eine positive Regulierung der von dem amerikanischen Konzern beherrschten Märkte - mit Regeln eines fair play (fair search), an die sich alle halten müssen, und einer Behörde, die darüber wacht. Die Bundesnetzagentur gibt ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann.

Es könnte sein, dass inzwischen auch die Bundeskanzlerin verstanden hat, worum es geht. Ihre Rede auf der CDU-Medianight Anfang Mai klang jedenfalls danach. Sie sprach, in der ihr eigenen unbestimmten Art, von ‚Rahmenfestlegungen' und ‚Rechtsetzung', vom Schutz der Urheberrechte, von ‚marktmächtigen Firmen, von denen wir nicht wollen, dass sie dauerhafte Monopole bilden', und davon, dass dies eine europäische, nun anstehende Aufgabe für die EU-Kommission und das EU-Parlament sei.

Die Politik muss handeln

Da wird sie dem Parlamentspräsidenten Martin Schulz nichts vormachen können, mit ihm sind die Sozialdemokraten der Union auf dem Feld der digitalen Politik weit enteilt. Die SPD hat verstanden, worum es geht: um das Eintreten für freiheitliche, demokratische Rechte. Aber es ist immerhin schön, dass für die Union in digitalen Angelegenheiten nicht mehr nur Google-Apologeten wie Dorothee Bär und der Generalsekretär der Partei, Peter Tauber, sprechen.

Vielleicht verstehen sie auch irgendwann, dass es bei der Google-Debatte nicht um blödes Bashing und auch nicht nur um Google geht. Amazon ist mit seinen Geschäftspraktiken ein ähnlicher Fall, Facebook der nächste.

Wie Google vorgeht, zeigt eine Ausarbeitung des Unternehmens Yelp, das ein großes Empfehlungsportal betreibt. Yelp ist dem Beschwerdeverfahren gegen Google bei der EU-Kommission gerade beigetreten und präsentiert am Beispiel einer Internetsuche nach Hotels in San Francisco Googles Praxis: Nutzern, die ihre Suche bei Google.com in Amerika starten, bekommen als erstes groß und breit Hinweise und Bewertungen von Google+ angezeigt. Nutzer in Belgien hingegen, die auf Google.be suchen, sehen viel weniger Google-Eigenes (nachzulesen bei ‚Techcrunch'). Ein Schelm, wer dabei an den Standort der EU-Kommission denkt. Selbst wer ‚Yelp' bei der Suche eingibt, so die Untersuchung, wird mit Hinweisen zu Google, zu Google Maps und Google+ eingedeckt.

Die Datenkonzerne manipulieren Nachrichten und Märkte, sie rechnen jeden nach seinen Daten aus. Sie machen die Welt, wie sie ihnen gefällt. Das sollten wir uns nicht gefallen lassen. Und die Politik sollte wissen, dass es jetzt an der Zeit ist, zu handeln. ..."

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